Je mehr Strukturen ein Baum aufweist, desto mehr Nischen bietet er für eine reiche Besiedlung mit Tier- und Pflanzenarten. Beispielhaft werden einige wesentliche Altbaumstrukturen und ihre Bedeutung für die einheimische Waldvogelfauna dargestellt (nach Heinrich 2001):

Starke Kronen: Seitenäste als Horstunterlagen für Greifvögel, Störche, Reiher, Kolkrabe, Kormoran

Totholz: Starkholz als Substrat zum Höhlenbau für Spechte, Weiden- und Haubenmeise, als Ort der Nahrungssuche (Larven im Totholz) für Spechte, als Sitzwarten für Greifvögel, Tauben, Schnäpper

Naturhöhlen und Spechtlöcher: Wichtige Brutrequisiten für Kohl-, Blau-, Tannen- und Sumpfmeise, Trauerschnäpper, Gartenrotschwanz, Star, Kleiber, Hohltaube, Dohle, Waldkauz

Spalten und Rindentaschen: Brutnischen für Garten- und Waldbaumläufer

Raue und rissige Borke: Lebensraum für Moose und Flechten und viele Gliedertiere, die Nahrung für Stammkletterer wie Spechte, Meisen, Kleiber und Baumläufer liefern. Echte Altbuchen bilden im Gegensatz zu den uns geläufigen jugendlichen Exemplaren rissige Borken und sind dann auch z.B. für den Mittelspecht interessant, der bei uns sonst praktisch nur an Eichen vorkommt. Auch Ahornarten entwickeln erst im höheren Alter raue Borken.

Kernfaule Stammfüße: Nadelbäume werden dort von Rossameisen besiedelt, einer wichtigen Nahrungsquelle von Schwarzspechten

Liegende Baumkronen, Baumstümpfe und Wurzelteller: Brutquartiere für Waldhühner, Waldschnepfe, Drosseln, Zaunkönig, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Grauschnäpper, Tannenmeise (Wurzelteller auch für Eisvogel und Wasseramsel)